Logistikpartner stellt Erfassung ein: Aktion Hoffnung muss Kleidercontainer im Landkreis Heidenheim abziehen
Die Aktion Hoffnung Rottenburg-Stuttgart e.V. muss ihre rund 30 Kleidercontainer im Landkreis Heidenheim abziehen. Grund ist der abrupte Rückzug des beauftragten Logistikpartners: Er hatte die Zusammenarbeit mit der Aktion Hoffnung erst im Mai übernommen und die Erfassung der Textilien Ende August ohne Vorlauf eingestellt. Seither sind alle Container im Landkreis überfüllt.
Trotz intensiver Suche ist es der Aktion Hoffnung nicht gelungen, ein Nachfolgeunternehmen für die Erfassung und Verwertung der gespendeten Textilien zu finden. Der Verein sieht daher keine andere Möglichkeit als die Container aus dem Landkreis abzuziehen. Angestrebt wird ein Beginn des Abzugs ab Ende September.
Die Gründe für die Schwierigkeiten, Partner für die Sammlung und Verwertung zu finden, lassen sich eindeutig benennen: Die Qualität der gesammelten Kleidung hat durch den Trend zu Fast Fashion in den vergangenen Jahren kontinuierlich nachgelassen, der Anteil an Fehlwürfen und Restmüll in den Containern ist dagegen unaufhaltsam gestiegen. Eine kostendeckende Sammlung ist damit wirtschaftlich schon seit längerer Zeit nicht mehr möglich. Dieser Trend ist nicht nur im Landkreis Heidenheim, sondern bundesweit zu beobachten.
Die Entwicklung ist umso bedauerlicher, da eine Lösung der strukturellen Schwierigkeiten im Alttextilbereich bereits in Sicht ist. Mit dem erwarteten Inkrafttreten des so genannten Textilgesetzes ab voraussichtlich 2028 werden Produzenten und Inverkehrbringer von Textilien für die anschließende Sammlung und Verwertung von Altkleidern bezahlen müssen. Diese Mittel hätten die Erfassung auch im Landkreis Heidenheim finanziell abgesichert. „Dass wir uns nach der über viele Jahrzehnte aufgebauten Sammlung auf der Zielgeraden zurückziehen müssen, ist tragisch. Diese Infrastruktur wird ab 2028 im Landkreis bitter fehlen“, so Anton Vaas, Vorstand der Aktion Hoffnung.
Vaas weiter: „Dass wir die Sammlung dort jetzt nicht fortsetzen können, bedauern wir sehr; diese Entscheidung ist uns alles andere als leichtgefallen, ist aber für den Moment ohne einen verlässlichen Logistikpartner ohne Alternative.“
Die Aktion Hoffnung bittet die Bürger:innen im Landkreis Heidenheim, die Container bis zum Abzug nicht mehr zu nutzen und keine Kleidersäcke oder sonstigen Gegenstände daneben oder darauf abzustellen.

